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Abendführung in der Christuskirche

Kategorien: Christuskirche

Die dreiteilige Reihe „Abendführungen“ der Familienbildungsstätte endete für dieses Jahr in der Christuskirche. Er könne sich aber durchaus vorstellen, aufgrund des großen Interesses das Experiment im nächsten Jahr fortzuführen, erklärte Wolfgang Wiggers, Leiter der Bildungseinrichtung. Pfarrer Reinhard Lohmeyer informierte über die Historie des beeindruckenden Gotteshauses, Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen und das architektonische Konzept der jüngsten Umgestaltung in den Jahren 2011 bis 2013. Im Kreis stehend, konnten sich die über 60 Besucher ein Bild von den Grundrissen der Vorgängerkirchen machen. Der Kanon „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“ erklang.

Elf größere Umgestaltungen hat die Kirche seit 1523 erfahren, auch war sie nicht immer protestantisch. Zuletzt wurde sie an die Bedürfnisse moderner Menschen angepasst und wieder näher an die historische Gestalt herangeführt. Konzerte und Gottesdienste in Bewegung sind durch die Bestuhlung viel besser möglich, als in den engen Kirchenbänken. „Das gibt uns viele neue Möglichkeiten, Gemeinschaftsgefühl zu teilen“, erläuterte Reinhard Lohmeyer. Dabei spielt auch die Ökumene eine große Rolle.

Er führte die Besucher vom „Raum der Stille“ im Westen über den Taufstein zum Abendmahlstisch. Durch das Alabastertor weitete sich der Blick auf die „Christusachse“, unterstützt durch ein Lichtkonzept, das die Sakramente Taufe und Abendmahl hervorhob oder den Kirchenraum wie einen Festsaal erstrahlen ließ. Welches Geheimnis sich im Abendmahlstisch verbirgt, war sicher für einige Zuhörer eine neue Erkenntnis. Darin – von außen unsichtbar – ist ein kleines Kreuz aus patiniertem Messing verborgen. „Gott hält in Jesus Christus alles zusammen“, so die symbolische Deutung. Die „Achtzahl“ an den Säulen, der gotischen Kanzel und im Chorraum weist darauf hin, dass der Bau als Auferstehungskirche gedacht war. Bei Wein, Brot und Käse blieben die Besucher am Schluss noch ein Weilchen im Foyer, um sich über das Gehörte auszutauschen und einen Blick „hinter die Kulissen“ des gläsernen Anbaus zu werfen. „Es ist ein Dialog zwischen Tradition und Moderne“, betonte Reinhard Lohmeyer.